Mit GRASS können Sie unter bestimmten Bedingungen automatisiert Rasterdaten in Vektordaten
konvertieren. Es stehen zwei Module zur Verfügung: das erste wandelt linienhafte
Strukturen in Vektorlinien um, das zweite Flächen
in Polygone (vgl. Abb. 6.2).
Ist beispielsweise ein Rasterbild über Reklassifizierungen (vgl. Abschnitt A.8.2) so verändert worden, dass nur noch die Höhenlinien sichtbar sind, können diese in Linienvektoren konvertiert werden. Dazu werden diese Linien zunächst "`verdünnt"', um keine parallelen Vektoren zu erhalten:
Die Linien besitzen nun nur noch eine Breite von einem Pixel. Im zweiten Schritt werden die Linien automatisch vektorisiert:
Für die Vektorisierung der Flächen wird keine weitere "`Verdünnung"' durchgeführt, sondern direkt mit
eine Vektordatei erstellt.
Diese Vektordateien können dann noch mit $ v.trim (bruchstückhafte Kurzvektoren entfernen) und $ v.prune (überflüssige Knoten entfernen) automatisch nachbearbeitet werden. Für weitere Arbeiten und zum manuellen Vektorisieren sollte $ v.digit verwendet werden.
Die dritte automatisierte Umwandlungsmethode, die Berechnung von Isolinien, wird weiter
unten vorgestellt.
Wenn Sie daran interessiert sind, aus Rasterflächen eine Grenzlinienkarte ohne Flächeninhalte zu erzeugen, können Sie diese Umwandlung über das Vektorformat durchführen. Dazu ist mit r.poly eine Vektorflächenkarte zu erzeugen. Die weitere Konvertierung ist Abschnitt 7.11 beschrieben. Diese Grenzlinienkarte können Sie dann beispielsweise für Pufferungen (r.buffer) verwenden.