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Erstellung kleiner Ausschnitte aus Rasterbildern

Häufig stellt sich das Problem, dass große Rasterbilder vorliegen, man aber nur einen kleinen Projektgebietsausschnitt braucht. Um die Rechenzeiten bei Analysen erträglich zu machen, lässt sich der interessierende Bereich ausschneiden und in einer eigenen Datei ablegen. GRASS hat gegenüber kommerzieller Software wie ARC/INFO den grossen Vorteil, immer nur im aktiven Ausschnitt zu rechnen. Daher können Sie einfach einen Ausschnitt aus Ihrem Projektgebiet wählen und dann hier weiterarbeiten bzw. diesen Teil exportieren (ohne das spezielle Datenbankabfragen gemacht werden müssen).

Dazu wird zunächst der Ausschnitt mit $ g.region oder $ d.rast.zoom festgelegt. Auch das Modul $ r.mapcalc  arbeitet nur im aktiven Ausschnitt.

Durch die einfache Rechnung

  mapcalc> <neue Datei> = <alte Datei>

wird, wenn als "`alte Datei"' der Name der großen Rasterdatei angegeben wird, der aktive Ausschnitt in der "`neuen Datei"' abspeichert. Beispiel:

$ d.rast.zoom

$ r.mapcalc

  mapcalc> innenstadt = hannover.tk25

Die Rasterkarte "`innenstadt"' enthält nur den gezoomten Ausschnittsbereich und die entsprechende Geokodierung. Nun muss noch die Farbtabelle umkopiert werden.

In GRASS 5.x kann mit dem Modul $ r.colors   eine Farbtabelle von einer Rasterkarte auf eine andere übertragen werden (hier z.B. von "`hannover.tk25"' auf die Karte "`innenstadt"'): 

$ r.colors map=innenstadt rast=hannover.tk25

In GRASS 4.x ist es noch etwas umständlicher, dort dürfen Sie ausnahmsweise einmal direkt in der GRASS-Datenbank arbeiten. Wechseln Sie in das entsprechende Verzeichnis der GRASS-Datenbank (in der Umgebungsvariablen $LOCATION ist immer der Pfad der aktuellen location und mapset gespeichert, die ja der Datenbankstruktur entspricht):

$ cd $LOCATION/colr

$ cp <alte Datei> <neue Datei> (z.B. $ cp hannover.tk25 innenstadt)

$ cd $\tilde{~}$ Die Farbtabelle liegt also unter gleichem Namen wie die Rasterdatei im entsprechenden Verzeichnis.

Ganz wichtig ist bei r.mapcalc, immer mindestens einen Buchstaben in den Dateinamen zu haben, da sonst reine "`Zahlennamen"' in Anführungsstriche gesetzt werden müssten (werden sie nicht mit angegeben, bekommt die neue Karte dann ausschließlich diesen Zahlenwert).


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© 2000 Markus Neteler, Hannover